Verlustängste

So, heute ist es nicht so, das ich nachts aufwach und nicht mehr schlafen kann, heute kann ich erst gar nicht einschlafen. Verlustängste... kennt ihr das? Ich hab sie. Und zwar massiv. Umso glücklicher ich eigentlich sein sollte, umso mehr kommen sie zutage und umso unglücklicher bin ich. Total krotesk, oder? Aber wer sie ebenfalls hat, denke ich, kennt das. Ich habe in meinem Leben schon viel verloren. Obwohl ich mein Leben eigentlich schon als glücklich ansehe. Aber trotzdem gab es einige Dramen, die ich durchstehen musste. Der Tod meines Sohnes zum Beispiel. Da ist man schwanger, neun Monate ist alles bestens, man bekommt sein Baby, alle gratulieren, man hält ihn das erste Mal im Arm, füttert ihn, wickelt ihn. Schaut in seine strahlenden blauen Augen, und ist total fasziniert von den winzigen kleinen Fingern. Dann nimmt ihn die Hebamme mit, weil man sich mit ein paar Stunden Schlaf vom Kaiserschnitt erholen soll.. und dann kommt ein Arzt wieder, und sagt, es tut ihm leid, aber mein Sohn ist in der Kinderklinik. Atemstillstand.. und als man sein Baby das nächste Mal sieht, ist er an zig Schläuche angeschlossen, und ein Arzt drückt einen Knopf, und man sieht zu, wie er stirbt. Weil eine Herzhälfte fehlt, und es niemand bemerkt hat. Und dann verliert man seine große Liebe. Die geht auch einfach, weil sie jemanden besseren gefunden hat. Nach elf Jahren. Und dann ist man einsam.. sehr einsam und traurig. Aber Angst? Nein, Angst hat man nicht. Warum auch? Was soll noch schlimmeres passieren? Und dann passiert es doch! Man trifft eine neue Liebe.. einen superklasse Mann und man bekommt ein zweites Baby. Gesund und munter, frech und ein Sonnenschein. Und mittlerweile drei Jahre alt... und man liegt Nachts neben diesem Glück. Hört die Liebe leise schnarchen, hört das glückliche Murmeln der Tochter, fühlt die Fingerchen in seiner Hand... und was passiert! PANIK! Angst, Angst, Angst... Angst, wieder alles zu verlieren. Diesmal mit dem ganz sicheren Wissen, das man das nicht noch einmal durchstehen wird! Ganz sicher nicht. Angst, alles zu verlieren, ... und anstatt man das Glück einfach genießt, wird jede Nacht zum Alptraum... Und umso mehr ich versuch, dagegen anzukämpfen, umso schlimmer scheint es zu werden. Ich habe keine Ahnung, wie ich dieser blöden Angst entgegen treten kann...

15.12.13 23:30, kommentieren

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Panik

Kennt ihr das, wenn man so richtige unnütze, total sinnlose Panikattacken bekommt? Panik vor dem Leben, vor der Zukunft, davor das man alles nicht schafft, und was dann wohl passieren könnte? Ich hasse das, ich hasse das.. ich hasse es so sehr. Weil es so unnütze, selbstzerstörerische Gedanken sind, die rein überhaupt nichts bringen und zu gar nichts führen. Sie lähmen und rauben einem die letzte Lebensfreude. Machen einen depressiv und unverständlich für das Umfeld. Ich habe das gerade dauernd... in sämtlichen Lebenslagen schlägt es auf mich ein. Ein Anruf, und von einer Sekunde auf die andere kann mein Leben plötzlich am Ende sein. Denke ich zumindest. Die Angst vor der Angst. Die Angst vor dem Vielleicht. Und das schlimme: ICH WEISS DAS ES BLÖD IST. Das macht es aber nicht einfacher. Rückwirkend gesehen, ist so ziemlich alles, vor dem ich Angst hatte, was mir zig schlaflose Nächte beschert hat, gar NIE eingetroffen. Oder es ist stattdessen was anderes passiert. Oder es ist, wenn es passiert ist, passiert weil ich es regelrecht mit meinen Panikattacken heraufbeschworen habe. Ich hab mir schon mal Gespräche mit Psychologen gegeben. Klar, man versucht ja alles, endlich mal wieder bisschen Spaß ins Leben zu bekommen. Aber das furchtbare: Alles was mir die netten Gesprächspartner gesagt haben, war mir eh schon klar. Ich weiß es ja.. ich weiß es. Ich weiß, das man das Leben nicht beeinflussen kann, das man das beste draus machen sollte.. und ich weiß auch, das ich stark bin und so ziemlich jeden Mist, den das Leben mir so bietet, bewältigen kann. Hab schon mehr wie genug davon durch, und ich steh immer noch. Nichts desto trotz, ich kann es nicht umsetzen. Ich kann nicht abschalten und die Ängste überwinden. Es geht nicht. Und ich würde es doch so gerne.... Lachen, Spaß haben, ausruhen... Das Morgen mal morgen sein lassen, weil man ja eigentlich sowieso nicht weiß, was kommt. Also bringt es ja eigentlich rein gar nichts, sich deshalb heute schon den Kopf zu zerbrechen... Aber ja.. seufz... leichter gesagt, wie getan....

12.12.13 15:33, kommentieren